Unser Ortsverein 1946 bis heute

Die SPD in der Gemeinde Woringen – ein kurzer Rückblick.

Am 07. November 1946 versammelten sich in Woringen im Gasthaus Adler 32 Frauen und Männer mit dem Ziel, in Woringen eine Sektion der Sozialdemokraten zu gründen Den Anstoß gegeben und Eingeladen hatten zwei Sozialdemokraten (Genossin Schaffer und Genosse Unger) aus der Kreisstadt Memmingen. Die versammelten waren größtenteils bereits SPD-Mitglieder in ihrer Heimat, dem Sudetenland. gewesen, von der sie nach dem Zusammenbruch der Hitlerdiktatur vertrieben wurden. In dieser Gründungsversamlung wurde von den Anwesenden im Tagesordnungspunkt 1 folgende Zusammensetzung des Vorstandsgremiums gewählt:

Sektionsleiter Langer Johann Stellvertreter Knauer Josef Kassier Schneider Moritz Schriftführer Stelzel Wilhelm Subkassier Hirschbrich Alfred Beisitzer Volkmer Rudolf, Kessler Frieda, Gans Ida

Als zweiter Punkt ist im Protokoll unter „Allfülliges vermerkt, dass alle Genossinnen und Genossen ersucht werden beim Aufbau der Ortssektion mitzuhelfen und Mitglieder zu werben.

Schwerpunkt bei den nun folgenden beiden Sitzungen waren erstaunlicherweise die Beratungen über Faschings und Tanzveranstaltungen einschließlich der Diskussionen über eine Verlosung oder Lotterie zur Deckung der Unkosten und dem „Entree“ von 2 RM. Unter freien Anträgen wird aber auch von einem Vortrag über die Wichtigkeit der Frau im politischen Leben berichtet.

In der Mitgliederversammlung am 21.03.1948 waren bereits 38 wahlberechtigte Parteimitglieder anwesend um die Wahlen zum Gemeinderat zu besprechen. Es wurde „von Seite der „Altbürger“ ein Antrag eingebracht betreffs einer „Einheitsliste Einheimische mit Flüchtlingen“ aufzustellen. Diese Überlegungen können als die Geburtsstunde der Vereinigten Wahlgemeinschaft Woringen VWG bezeichnet werden. Laut dem Wahlergebnis wurden die SPD-Mitglieder Anton Philip und Rudolf Volkmer in den Gemeinderat gewählt. Unter Allfälligem dankte Vorstand Kersten im Namen seiner Tochter für die Hochzeitsgratulation. (Josef und Dorothea Haider geb. Kersten)

Die weiteren Versammlungen waren geprägt von Berichten aus dem Gemeinderat und den großen und kleinen Sorgen der Dorfbewohner. So wurde festgestellt, dass etliche Wohnungen ausgebaut werden könnten, wenn die Besitzer nur etwas Interesse daran hätten, Frondienst, Gemüseland, Neuanschaffung Schulbänke, Wasserversorgung waren weitere Themen. Der Antrag von Genosse Philip (Flüchtlingsobmann) über die Anschaffung eines Gemeinde- Dienstrades wurde im Gemeinderat vertagt. Ein Antrag zu einem Bürgerdiskussionsabend wurde gutgeheißen und über das „Zeitungswesen“ wurde ebenfalls diskutiert.

Im Jahr 1957 übernahm Josef Haider das Amt des Ortsvorsitzenden von Anton Kersten, welches er bis 1987 ausführte. In diesen 30 Jahren wurden viele Aufgaben in der Gemeinde gemeistert. Einen maßgeblichen Beitrag haben hier die Sozialdemokratischen Vertreter der VWG mit Josef Haider an der Spitze aber ebenso Ernst Gassert und Georg Honold geleistet. Sie waren es, die durch ihr kluges kommunalpolitisches Handeln, viele Jahre als stellvertretender Bürgermeister und Gemeinderäte, Verantwortung mitgetragen und Denkanstöße gegeben haben. Das vielfältigen Engagement im kulturellen sportlichen und kirchlichen Bereich sowie das Wirken in den verschiedensten Vereinen war die Basis der Sozialdemokratischen Arbeit vor Ort. Neben dem Ziel, die Grundlage für eine lebenswerte Gemeinde zu schaffen war die Devise und erklärtes Ziel der Parteiarbeit vor Ort, sich für die sozial schwachen und bedürftigen einzusetzen. Aus gesundheitlichen Gründen gab Josef Haider den Vorsitz an Manfred Hanka im Jahre1987 weiter, der sich nach über 25 Jahren im Jahre 2013 nicht mehr zu einer Kandidatur zur Verfügung stellt.